AG grĂŒnden mit/ohne Kapital – Kosten & Co. im Überblick

Die Aktiengesellschaft ist eine der bekanntesten und Ă€ltesten Rechtsformen fĂŒr Unternehmen. Dennoch vertreten viele GrĂŒnder und GrĂŒnderinnen die Auffassung, dass eine AG als Gesellschaftsform zur ExistenzgrĂŒndung nicht infrage kommt und nur fĂŒr gestandene Unternehmen möglich ist. Die RealitĂ€t sieht jedoch ganz anders aus. In diesem Beitrag erfahren Sie daher alles ĂŒber die AG-GrĂŒndung und den damit verbundenen Kosten, Voraussetzungen, Vorteilen und vielem mehr.

Diesen Artikel mit Freunden teilen

Autor: Florian Stein Florian Stein

Was ist eine Aktiengesellschaft?

Aktiengesellschaften zÀhlen zur Gruppe der Kapitalgesellschaften und werden in der Regel an der Börse gehandelt.

 

Aktiengesellschaften zĂ€hlen bezĂŒglich der Rechtsform zur Gruppe der Kapitalgesellschaften. Man erkennt sie anhand des KĂŒrzels „AG“ als Zusatz zum Firmennamen. Aktiengesellschaften gelten als juristische Personen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Als Grundlage dient das deutsche Aktiengesetz (AktG). Vor allem an der Börse gehandelte Unternehmen haben die Rechtsform der Aktiengesellschaft. Weil ein hohes Startkapital nötig ist, ist die Rechtsform vor allem fĂŒr große GrĂŒndungsprojekte geeignet. Außerdem ist durch die öffentliche Handelbarkeit ein kontinuierlicher Zugang zu Finanzierungsmitteln gesichert. Die Haftung beschrĂ€nkt sich auf das Vermögen der Gesellschaft. Bei den Gesellschaftern handelt es sich um AktionĂ€re. Sie erwerben Unternehmensanteile in Form von Aktien. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒbernimmt der Vorstand. Aktiengesellschaften punkten vor allem mit ihrem Image. Hinter einer AG vermuten GeschĂ€ftspartner nĂ€mlich Erfahrung und durch den Zugang zu Finanzierungsmitteln ein gehöriges Maß an Sicherheit.

 

Die kleine Aktiengesellschaft

Im Rahmen der UnternehmensgrĂŒndung ist es manchmal sinnvoll, den Kreis der AktionĂ€re ĂŒberschaubar zu halten. Gerade unter ExistenzgrĂŒndern und Start-ups wird die kleine Variante der AG in den letzten Jahren daher immer beliebter. Solche kleinen AGs, die auch als „Ein-Personen-AG“ bezeichnet werden, halten die Option bereit, erst spĂ€ter an die Börse zu gehen. Sie sind also vorerst nicht börsennotiert. Das hat den Vorteil, dass die Beschaffung von zusĂ€tzlichem Eigenkapital bei einer GeschĂ€ftsexpansion erheblich vereinfacht wird. Im Bereich der kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen wird die AG damit zur sinnvollen Alternative zur GmbH. Es handelt sich dabei nicht um eine eigene Rechtsform, sondern lediglich um eine vereinfachte Form der AG. Zur GrĂŒndung einer kleinen AG reicht nunmehr eine Person. Als AG-GrĂŒnder ist man damit ExistenzgrĂŒnder, AktionĂ€r und Vorstand in einer Person.

Ein-Personen AGs bieten die Moglichkeit, erst spÀter an die Börse zu gehen.

 

Unterschiede zur GmbH und anderen Gesellschaftsformen

Aktiengesellschaften sind grundsĂ€tzlich im Handelsgewerbe tĂ€tig, im Regelfall gibt es mehrere GrĂŒnder. Im Gegensatz zur GmbH verfĂŒgen AGs außerdem ĂŒber einen Aufsichtsrat. Die Rechtsform der AG eignet sich vor allem fĂŒr GeschĂ€ftsvorhaben mit hohem Kapitalbedarf, deren Unternehmensanteile auf Wunsch an der Börse gehandelt werden können. Ob die AG tatsĂ€chlich die geeignete Rechtsform fĂŒr ein GrĂŒndervorhaben ist, hĂ€ngt von der GeschĂ€ftsstrategie ab. Das höhere Eigenkapital kann unter anderem ein Argument gegen die Rechtsform der AG sein. Weitere Vor- und Nachteile der AG gegenĂŒber der GmbH und anderen Gesellschaftsformen können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

 

Vorteile einer Aktiengesellschaft

Dank der kleinen Aktiengesellschaft muss nicht jeder, der eine AG grĂŒnden möchte, direkt an die Börse gehen. Die Ausgabe von Aktien stellt dennoch einen der wichtigsten Vorteile von Aktiengesellschaften dar. Durch die Ausgabe von Aktien lĂ€sst sich mehr Eigenkapital beschaffen, was gerade bei finanzierungsintensiven Projekten wichtig ist. Nachfolgend finden Sie weitere Vor- und Nachteile von Aktiengesellschaften.

 

Einfacher Wechsel von Anteilseignern

Der Wechsel von Anteilseignern gestaltet sich bei Aktiengesellschaften ĂŒberaus unkompliziert. Durch den Kauf einer Aktie sichern sich AktionĂ€re einen Teil des Unternehmens. Werden die Aktien dann an einen Dritten verĂ€ußert, wechselt formal der Teilhaber. Dabei entsteht kein grĂ¶ĂŸerer Aufwand (z. B. die notarielle Beurkundung). DarĂŒber hinaus können durch die Ausgabe von Belegschaftsaktien und den Eintritt von Kunden als Gesellschafter einfach weitere Anleger beteiligt werden.

 

Unkomplizierte Unternehmensnachfolge

Im Vergleich zur GmbH und KG ist die Unternehmensnachfolge bei Aktiengesellschaften recht unkompliziert. Wenn ein AktionĂ€r verstirbt, gehen dessen Anteile auf seine Erben ĂŒber. Der Gesellschaftsbestand ist nicht gefĂ€hrdet, da die Nachfolge an bestimmte fachliche FĂ€higkeiten geknĂŒpft ist. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass die AktionĂ€re ihre Anteile beliebig verĂ€ußern können und keinerlei Weisungsrechte gegenĂŒber der GeschĂ€ftsfĂŒhrung haben.

 

UnabhÀngige Finanzmittelbeschaffung

Bei der AG werden finanzielle Mittel ausschließlich ĂŒber die Börse oder andere HandelsplĂ€tze beschafft. Durch den Verkauf von Aktien kann Eigenkapital generiert werden, ohne zuvor den Kontakt mit Kreditinstituten oder anderen IntermediĂ€ren aufzunehmen. Damit sind AGs vollkommen unabhĂ€ngig von Banken, Privatinvestoren oder anderen potentiellen Kapitalgebern.

 

SeriositĂ€t und VertrauenswĂŒrdigkeit

Aktiengesellschaften genießen ein hohes Ansehen und zeugen von einer fortgeschrittenen Unternehmensstruktur. Vor allem im B2B-Bereich gilt die Rechtsform als seriös und vertrauenswĂŒrdig. Im Handelsverkehr gibt es in Deutschland keine beliebtere Rechtsform.

 

Keine Weisungsgebundenheit gegenĂŒber Eigenkapitalgebern

Die Hauptversammlung der AktionĂ€re ĂŒbt bestimmte Stimm- und Kontrollrechte aus. Das operative GeschĂ€ft und die TĂ€tigkeit der GeschĂ€ftsfĂŒhrung können sie formal aber nicht beeinflussen. Damit agiert die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der AG im Gegensatz zur GmbH und Kommanditgesellschaft weisungsungebunden.

 

Machtdezentralisierung

Trotz der hohen Agitationsfreiheit der GeschĂ€ftsfĂŒhrung bzw. des Vorstandes liegt in AGs eine Dezentralisierung des Einflusses vor. Der Kontrollmechanismus, der die missbrĂ€uchliche BĂŒndelung des Einflusses innerhalb des Unternehmens verhindern soll, entsteht durch die Trennung der GeschĂ€ftsfĂŒhrung und der Kontrolle durch die Organe des Vorstandes sowie des Aufsichtsrates.

 

HaftungsbeschrÀnkung

Bei Aktiengesellschaften ist die Haftung auf das Betriebsvermögen beschrĂ€nkt. Das Privatvermögen der GrĂŒnder kann so nicht von den Schulden der Gesellschaft belastet werden.

 

Nachteile einer Aktiengesellschaft

 

Dreiteilung der FĂŒhrung

Im Zuge der Machtdezentralisierung wird die FĂŒhrung einer Aktiengesellschaft auf drei Organe aufgeteilt: den Aufsichtsrat, den Vorstand und die Hauptversammlung. Durch diese dezentralisierte Verantwortung entstehen lange Entscheidungswege. Die Kommunikation zwischen allen drei Organen bedeutet einen höheren Organisationsaufwand als bei anderen Gesellschaftsformen. Die verschiedenen Organe haben folgende Aufgaben:

Der Vorstand bzw. die GeschĂ€ftsfĂŒhrung wird vom Aufsichtsrat berufen und kontrolliert. Er vertritt die AG nach innen und außen und agiert ansonsten unabhĂ€ngig. Beim Aufsichtsrat handelt es sich um das Kontrollorgan der AG. Um seine Aufgaben ordnungsgemĂ€ĂŸ zu erfĂŒllen, hat er Einblick in alle BĂŒcher. Außerdem bestimmt der Aufsichtsrat den AbschlussprĂŒfer und wird in der Hauptversammlung gewĂ€hlt. Die Hauptversammlung wird mindestens einmal pro Jahr einberufen. Hier treffen die AktionĂ€re wichtige Entscheidungen, weshalb sie auch als beschließendes Organ gilt.

Der Vorstand bzw. die GeschĂ€ftsfĂŒhrung einer AG wird vom Aufsichtsrat berufen und kontrolliert.

 

Hoher Verwaltungsaufwand

Wegen der öffentlichen Handelbarkeit und den strengen Anforderungen des Aktiengesetzes zum Schutz der Anleger geht die Organisation mit einem hohen Verwaltungsaufwand einher. So mĂŒssen beispielsweise ein Aktienbuch gefĂŒhrt und die Hauptversammlung der AktionĂ€re einberufen werden. Letzteres gleicht ab einer gewissen UnternehmensgrĂ¶ĂŸe fast schon einem großen Event.

 

Umfangreiche PublizitÀtspflichten

Durch das Handelsgesetz und das Aktiengesetz sind AGs zu umfangreichen PublizitĂ€tspflichten angewiesen. Anhand des Jahresabschlusses können sich so nicht nur Investoren und AktionĂ€re, sondern auch Konkurrenten einen Überblick der GeschĂ€ftslage verschaffen.

 

Geringer Einfluss der AktionÀre

Die Weisungsungebundenheit gegenĂŒber AktionĂ€ren ist fĂŒr GrĂŒnder sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil. Wenn man sich zum Beispiel aus dem Vorstand einer AG zurĂŒckziehen und das operative TagesgeschĂ€ft aussondern möchte, kann man nur als GroßaktionĂ€r mittelbar Einfluss auf die GeschĂ€ftsfĂŒhrung nehmen. GrundsĂ€tzlich ist der Vorstand aber nicht weisungsgebunden.

 

Die GrĂŒndung einer Aktiengesellschaft

Wie bereite ich die AG-GrĂŒndung vor? Wie ist der Ablauf einer AG-GrĂŒndung? Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die GrĂŒndung einer AG ist ein komplexer Vorgang und sollte daher sorgfĂ€ltig geplant sein.

 

Vorbereitungsphase

Die GrĂŒndung einer Aktiengesellschaft ist ein großer Schritt und die Folgen sind sehr weitreichend. Um eine erfolgreiche GrĂŒndung zu gewĂ€hrleisten, ist die grĂŒndliche Vorbereitung unbedingt notwendig. Werden zum Beispiel wichtige Aspekte vernachlĂ€ssigt, kann das Vorhaben scheitern und gegebenenfalls erhebliche Mehrkosten verursachen. Die Vorbereitung der AG-GrĂŒndung sollte daher die folgenden Schritte umfassen:

 

  1. Erstellung eines Businessplans

Der Businessplan ist das HerzstĂŒck jeder neuen Unternehmung. Das geschĂ€ftliche Vorhaben wird dabei realistisch, kritisch und detailliert analysiert und beschrieben. Es werden sowohl Chancen und Risiken als auch beteiligte Personen und die konkrete Planung dargestellt. BusinessplĂ€ne dienen nicht nur der PrĂ€sentation gegenĂŒber potentiellen Stakeholdern, sondern auch der eigentlichen Übersichtlichkeit. Wichtige enthaltene Informationen sind:

  • GrĂŒnder
  • GeschĂ€ftsidee
  • Marktanalyse
  • Konkurrenzanalyse
  • Vermarktungsstrategie
  • organisatorische Unternehmensstruktur
  • Mitarbeiter
  • Chancen & Risiken
  • Finanzierungs- & LiquiditĂ€tsplanung

 

  1. Marketing- und Finanzierungsstrategie

Durchdachte Marketing- und Finanzierungsstrategien bilden die wichtigsten Grundpfeiler von jungen Unternehmen. Ein guter Marketingansatz stellt die Akquirierung erster Kunden dar. Die Finanzierungsstrategie stellt dagegen sicher, dass die Kosten bis zur Generierung der ersten Einnahmen gedeckt sind.

 

  1. KlÀren rechtlicher Grundfragen

Wichtige juristische Aspekte sollten bereits vor der eigentlichen GrĂŒndung abschließend geklĂ€rt werden. In der GrĂŒndungsphase ist die AnfĂ€lligkeit fĂŒr Fehler hier besonders hoch. Deshalb sollte sichergestellt sein, dass der GeschĂ€ftsansatz unter den rechtlichen Gegebenheiten auch wirklich in der geplanten Form ausgeĂŒbt werden kann. Wichtige Themen betreffen:

  • Haftung
  • Rechtsform
  • GeschĂ€ftsfĂŒhrung
  • AktionĂ€re
  • Datenschutz
  • Nachfolge
  • Erbschaft
  • Börsengang

 

  1. Wahl des AG-Firmennamens

FĂŒr die erfolgreiche GrĂŒndung einer Aktiengesellschaft ist ein juristisch korrekter Firmenname von besonderer Bedeutung. Als Kapitalgesellschaft können Aktiengesellschaften ĂŒber freie und kreative Namen verfĂŒgen. Dieser Spielraum sollte dazu genutzt werden, die unternehmerische Absicht bestmöglich zu fördern. Der Name sollte außerdem so gewĂ€hlt werden, dass er auch bei der Zielgruppe Anklang findet, Unternehmenswerte kommuniziert und mit der Marketingstrategie harmoniert. Der Name kann zwar frei gewĂ€hlt werden, unterliegt aber dennoch firmenrechtlichen Bestimmungen. So darf der Name

  • nicht irrefĂŒhrend sein,
  • nicht bereits von einem anderen Unternehmen verwendet werden,
  • und muss Unterscheidungskraft haben.

 

Gern ĂŒberprĂŒfen wir von Notar-Darmstadt.de die Korrektheit Ihres Firmennamens im Rahmen unserer GrĂŒndungsberatung. Dabei erfassen wir Ihr Vorhaben in seiner juristischen Gesamtheit, um zu verhindern, dass spĂ€ter Korrekturen an Unterlagen oder am Gesamtkonzept vorgenommen werden mĂŒssen, bei denen hohe Kosten entstehen. Wichtige Beratungsfelder sind:

  • Rechtsform
  • Haftung
  • GeschĂ€ftsfeld
  • Stammkapital
  • Einlageform
  • AktionĂ€re
  • Börsengang
  • Nachfolge
  • Vorstand/GeschĂ€ftsfĂŒhrung
  • Aufsichtsrat

 

Ablauf

Nachdem die Vorbereitungsschritte einer AG-GrĂŒndung geklĂ€rt sind, werden nun die konkreten Schritte der GrĂŒndung betrachtet. Der GrĂŒndungsprozess ist an viele Formalien und Vorschriften gebunden. Im Zuge der GrĂŒndung sind folgende Schritte zu durchlaufen:

 

 

  1. Erstellung & notarielle Beglaubigung der Satzung

Als Kapitalgesellschaft braucht die Aktiengesellschaft natĂŒrlich einen Gesellschaftsvertrag. Im Falle der AG wird dieser Vertrag auch Satzung genannt. Sie enthĂ€lt zum Beispiel folgende Informationen:

  • Name der AG
  • Gegenstand der AG
  • Sitz der AG
  • Nennwert und Anzahl der Aktien
  • Art der Aktien (Namens- oder Inhaberaktien)
  • Anzahl der Vorstandsmitglieder

Die Satzung einer AG muss notariell beglaubigt sein. Bei der Beglaubigung mĂŒssen alle GrĂŒnder, AktionĂ€re, kĂŒnftigen Vorstandsmitglieder und angesehenen Aufsichtsratsmitglieder anwesend sein.

 

  1. Übernahme der Aktien

Nach der Unterzeichnung der Satzung in Anwesenheit eines Notars verpflichten sich alle AktionĂ€re dazu, die Aktien zu ĂŒbernehmen. Dadurch wird gewĂ€hrleistet, dass die AG das nötige Grundkapital aufwenden kann. Mit der Übernahme der Aktien gilt die Gesellschaft als errichtet, jedoch noch nicht als gegrĂŒndet.

 

  1. Bestellung der Organe

Neben der Satzung muss auch die erste Aufsichtsratssitzung notariell beglaubigt werden. Im Rahmen der ersten Versammlung werden:

  • der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter bestellt
  • der AbschlussprĂŒfer bestellt
  • der Vorstand bestellt

 

  1. GrĂŒndungsbericht und GrĂŒndungsprĂŒfung

GrĂŒnder einer AG mĂŒssen den Hergang der GrĂŒndung in einem schriftlichen Bericht festhalten. Der Hergang muss darĂŒber hinaus vom Vorstand und den Mitgliedern des Aufsichtsrates geprĂŒft werden. Er umfasst zum Beispiel folgende Punkte:

  • vorausgegangene RechtsgeschĂ€fte, die auf den Erwerb durch die Gesellschaft hingezielt haben
  • Anschaffungs- und Herstellungskosten der letzten beiden Jahre
  • BetriebsertrĂ€ge aus den letzten beiden GeschĂ€ftsjahren beim Übergang eines Unternehmens auf die AG

 

  1. Eröffnung des GeschÀftskontos

Auch bei der Eröffnung des GeschĂ€ftskontos mĂŒssen alle GrĂŒnder der AG anwesend sein. Der Hintergrund ist, dass sie nach der Eröffnung direkt ihre Anteile am Grundkapital einzahlen. Zum Zeitpunkt der GrĂŒndung betrĂ€gt der Mindestbetrag 12.500 Euro. Die Differenz bis zum vollstĂ€ndigen Grundkapital (50.000 Euro) muss aber zeitnah ĂŒberwiesen werden. Lassen Sie sich auch unbedingt bescheinigen, dass das Grundkapital nun zur VerfĂŒgung steht. Anderenfalls kann die AG nicht ins Handelsregister eingetragen werden.

 

  1. Eintragung ins Handelsregister

Im Rahmen der Eintragung ins Handelsregister prĂŒft ein Notar zunĂ€chst die Bescheinigung des Grundkapitals. Im Anschluss sorgt er dafĂŒr, dass die Aktiengesellschaft im Handelsregister in Abteilung B eingetragen wird. Ist dieser Schritt abgeschlossen, gilt das Unternehmen offiziell als gegrĂŒndet. NatĂŒrlich entstehen fĂŒr die Dienstleistungen des Notars Kosten. Auf diese wird im Abschnitt zu den Kosten noch genauer eingegangen.

 

  1. Gewerbeanmeldung

Um mit dem Unternehmen dann auch offiziell GeschĂ€fte fĂŒhren zu können, muss noch ein Gewerbe angemeldet werden. HierfĂŒr muss der Gewerbeschein ausgefĂŒllt und beim zustĂ€ndigen Gewerbeamt eingereicht werden. Auch eine Kopie der Satzung und unter UmstĂ€nden ein Nachweis, dass der Anmeldende zur AusĂŒbung einer bestimmten TĂ€tigkeit befĂ€higt ist, mĂŒssen hier abgegeben werden.

 

  1. Anmeldung beim Finanzamt

Nach der Anmeldung des Gewerbes sendet das Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Dokument, das mit Ă€ußerster Sorgfalt ausgefĂŒllt werden sollte. Ist dieser Schritt erledigt, wird die Steuernummer der AG ausgegeben. Mit dieser Nummer können dann offiziell Rechnungen im Namen der Firma geschrieben werden. Die GrĂŒndung einer Aktiengesellschaft ist ein ĂŒberaus komplexer Vorgang. Sie sollten sich daher so frĂŒh wie möglich professionelle Hilfe suchen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewĂ€hrleisten. Wenden Sie sich hierfĂŒr am besten an unser NotarbĂŒro. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

Kosten einer AG-GrĂŒndung

Wie bereits erwĂ€hnt, fallen durch die notarielle Beglaubigung GebĂŒhren an. Doch im Rahmen der AG-GrĂŒndung entstehen noch weitere Kosten, die wir in der nachfolgenden Tabelle ĂŒbersichtlich zusammengefasst haben:

Hinzu kommt außerdem das Grundkapital in Höhe von mindestens 50.000 Euro. Handelt es sich um eine BargrĂŒndung, mĂŒssen die AktionĂ€re im Vorfeld außerdem 12.500 Euro investieren. Die Differenz bis zum vollstĂ€ndigen Grundkapital muss dann möglichst zeitnah eingezahlt werden.

 

Zusammenfassung

AGs gelten als juristische Personen und haben verschiedene Rechte und Pflichten.

 

Allgemeines zur AG

Aktiengesellschaften gehören zur Gruppe der Kapitalgesellschaften und gelten als juristische Personen mit verschiedenen Rechten und Pflichten. Vor allem Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden sollen und sich einen kontinuierlichen Zugang zu Finanzierungsmitteln wĂŒnschen, entscheiden sich fĂŒr diese Rechtsform. Neben gewöhnlichen AGs gibt es auch sogenannte kleine Aktiengesellschaften. Hier ist der Kreis der AktionĂ€re ĂŒberschaubar und es besteht die Möglichkeit, erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt an die Börse zu gehen.

 

Unterschiede zu anderen Gesellschaftsformen

Aktiengesellschaften unterscheiden sich von anderen Gesellschaftsformen vor allem durch den unkomplizierten Wechsel von Anteilseignern, die unabhĂ€ngige Finanzmittelbeschaffung, der Weisungsungebundenheit gegenĂŒber Eigenkapitalgebern, der Machtdezentralisierung und der HaftungsbeschrĂ€nkung. Auf der anderen Seite ist der Verwaltungsaufwand höher, die PublizitĂ€tspflichten umfangreich und die Entscheidungswege lang.

 

Die GrĂŒndung einer AG

Die GrĂŒndung einer AG sollte sorgfĂ€ltig vorbereitet werden. Ist der Businessplan erstellt, eine Marketing- und Finanzierungsstrategie entwickelt, ein Firmenname gefunden und wurden rechtliche Grundlagen geklĂ€rt, beginnt die GrĂŒndungsphase. Hier gilt es, zunĂ€chst eine Satzung zu erstellen und notariell beglaubigen zu lassen. Im nĂ€chsten Schritt erfolgt die Übernahme der Aktien durch die AktionĂ€re. Auch dieser Vorgang muss notariell beglaubigt werden. Danach werden die Organe der AG bestellt. Diese Verfahren mĂŒssen anschließend vom GrĂŒnder in einem GrĂŒndungsbericht schriftlich festgehalten werden. In den nĂ€chsten Schritten erfolgen dann die Eröffnung des GeschĂ€ftskontos, die Eintragung ins Handelsregister, die Anmeldung zum Gewerbe sowie die Anmeldung beim Finanzamt.

 

Kosten einer AG-GrĂŒndung

Kosten entstehen vor allem durch die notariellen Beurkundungen, die Eintragung ins Handelsregister und die Gewerbeanmeldung. DarĂŒber hinaus muss noch der jĂ€hrliche Mitgliedsbeitrag an die Industrie- und Handelskammer entrichtet werden. Der grĂ¶ĂŸte Kostenfaktor ist aber das Grundkapital in Höhe von mindestens 50.000 Euro.

 

AG grĂŒnden mit Notar-Darmstadt.de

Wie Sie bereits wissen, ist die GrĂŒndung einer Aktiengesellschaft ein ĂŒberaus komplexer Vorgang mit weitreichenden Folgen. Die UnterstĂŒtzung eines Anwalts bzw. Notars ist daher Ă€ußerst empfehlenswert und sollte so frĂŒh wie möglich in Anspruch genommen werden. Wir von Notar-Darmstadt.de helfen Ihnen gern bei der AG-GrĂŒndung oder anderen Anliegen im Bereich Gesellschaftsrecht. Bei uns können Sie sich persönlich und kompetent beraten lassen. Mit Fachwissen, langjĂ€hriger Erfahrung und kostenbewussten Strukturen setzen wir uns gerne fĂŒr Sie ein. Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch unter 06151 / 130 230 oder ĂŒber unser Kontaktformular.

 

Checkliste

Damit Sie bei der AG-GrĂŒndung keine wichtigen Unterlagen vergessen und zu jeder Zeit wissen, welche Schritte Sie bereits erledigt haben, haben wir Ihnen folgende Checkliste zusammengestellt:

 

Vor der GrĂŒndung

  • Businessplan schreiben
  • Marketing- & Finanzierungsstrategie entwickeln
  • rechtliche Grundlagen abklĂ€ren
  • Firmenname festlegen
  • Firmensitz bestimmen
  • Kapitalgeber suchen bzw. Kapitalbedarf decken
  • GeschĂ€ftsfĂŒhrung bestimmen
  • Internetseite reservieren

 

GrĂŒndung

  • Satzung erstellen & notariell beglaubigen lassen
  • AktienĂŒbernahme durch AktionĂ€re
  • Organe der AG bestellen
  • GrĂŒndungsbericht schreiben & vom Aufsichtsrat prĂŒfen lassen
  • GeschĂ€ftskonto eröffnen
  • AG ins Handelsregister eintragen
  • Gewerbe anmelden
  • Anmeldung beim Finanzamt

    Wie gefÀllt Ihnen diese Seite?

    1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00 von 5 Sternen

    Wie gefÀllt Ihnen Notar-Darmstadt.de?
    Geben Sie mit einem Klick auf die Sterne Ihre Bewertung ab.

    Loading...

    Wir sind fĂŒr Sie von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18.00 Uhr telefonisch erreichbar.

    06151 / 130 230
    Alt hier