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Gründung einer GmbH

Stammkapital, Kosten, Checkliste, Voraussetzungen, Gesellschaftsvertrag, alles zur 1-Euro-GmbH, Gesellschafterwechsel, Kapitalerhöhung.

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Autor: Dr. Robert Beier, LL.M. Dr. Robert Beier, LL.M.

Die Gründung einer Gesellschaft ist immer der erste Schritt zur Umsetzung einer neuen Idee. Diese Idee kann ein geschäftliches Unternehmen sein, eine gesellschaftsrechtliche Ergänzung, die Eröffnung eines neuen Geschäftsfeldes oder aber auch die Errichtung eines Family Office oder der Beginn eines gesellschaftlichen Engagements.

Die Errichtung einer GmbH

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft, in der die Einlagen aus dem Vermögen einer oder mehrerer Personen unternehmerisch zum Einsatz kommen. Mit Eintragung in das Handelsregister wird die GmbH als juristische Person existent. Sie nimmt damit im Rechtsverkehr selbständig Rechte und Pflichten wahr. Die GmbH kann folglich selbst Eigentum erwerben, Rechte wie etwa Niesbrauch oder Beteiligungen ausüben, Ansprüche geltend machen (vgl. § 13 Abs. 1. GmbHG).

Um eine GmbH zu errichten muss eine notarielle Gründungskurkunde gestaltet werden. nach § 1 GmbHG können sich eine Person oder mehrere Personen als Gründungsgesellschafter an einer GmbH beteiligen. Insgesamt müsst die Gründungsgesellschafter einen Geldbetrag in Höhe von € 25.000,00 als sogenannte Stammeinlage aufbringen, § 5 Abs. 1 GmbHG. Ein höheres Stammkapital ist möglich und in vielen Fällen auch sinnvoll.

Kleine Gelegenheiten sind häufig der Anfang großer Unternehmen.

Demosthenes

(384 – 322 v. Chr.), athenischer Politiker und Redner

 

Bei Gründung muss das Stammkapital nicht voll eingezahlt werden. Es genügt, wenn auf das nach Gründung der GmbH eröffnete Konto die Einzahlung der Hälfte des Mindeststammkapitals erfolgt. Wird eine GmbH folglich mit dem Mindeststammkapital in Höhe von € 25.000,00 gegründet, genügt die Einzahlung eines Betrages in Höhe von € 12.500,00. Gemäß § 7 Abs. 2 GmbHG ist auf jeden Geschäftsanteil mindestens ¼ des Nennbetrag einzuzahlen. Gründen folglich zwei Personen zu je 50 Prozent einer GmbH, kann eine Person auf seinen Anteil in Höhe von € 12.500,00 nur € 3.125,00 einzahlen. Allerdings muss dann die andere Person mindestens € 9.375,00 auf ihr Stammkapital einbezahlten, damit die Mindesteinzahlung in Höhe von € 12.500,00 erreicht wird.

Wird die GmbH mit einem Stammkapital von mehr als € 50.000,00 gegründet, muss dennoch lediglich nur der Mindestbetrag im Sinne des § 5 Abs. 1 GmbHG in Höhe von € 12.500,00 sofort eingezahlt werden. Es genügt folglich, die Einzahlung eines Betrages in Höhe von € 12.500,00, selbst wenn eine GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von beispielsweise € 50.000,00 gegründet wird.

Wichtige Informationen für die Gründungsgesellschafter einer GmbH

Die Einzahlung des Mindeststammkapitals wird von dem mit der Gründung beauftragten Notariat aufgrund der gesetzlichen Vorgaben überwacht. Fehler werden auf diese Art und Weise vermieden. Die weiteren Entwicklungen bestimmen allerdings die Gesellschafter bzw. Geschäftsführer selbst. Fehler können zu nicht unerheblichen Haftungsrisiken führen. Meist besteht eine Haftung des Geschäftsführers.

Rückzahlungsverbot der Stammeinlage (sogenanntes Hin- und Herzahlen)

Eingezahltes Stammkapital darf sich der Gesellschafter nach Nachweis zur Gründung nicht einfach zurückzahlen lassen. Nach Einzahlung gehört das Stammkapital ausschließlich der GmbH. Das Gesetz sieht daher umfangreiche Kapitalerhaltungsvorschriften in den §§ 30 ff GmbHG vor. Man spricht insoweit vom unzulässigen Hin- und Herzahlen der Stammeinlage. Dies führt zu einer Schadensersatzpflicht.

Notarielle Beurkundung des Gründungsaktes

Die Gründung einer GmbH bedarf der notariellen Beurkundung. Der Notar übernimmt die Gestaltung der Gründungsurkunde sowie der ersten Satzung der Gesellschaft. Hierzu lädt er regelmäßig die Gründungsgesellschafter zu einem ausführlichen Gesprächs ein, in dem die Zwecke und weitergehenden Ziele der Gründungsgesellschafter besprochen werden. Regelmäßig unterbreitet der beurkundende Notar dann einen Vorschlag für die entsprechenden Verträge und sendet diese den Gründungsgesellschaftern zu.

Das oftmals als lästig empfundene Vorlesen der öffentlichen Urkunde (vgl. §§ 415, 418 ZPO) dient allerdings ausschließlich den Gründungsgesellschaftern. Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass der Notar an allen Punkten des Rechtsgeschäftes mitwirkt, die Beteiligten beraten und belehrt werden und die abgegebenen Erklärungen auch unmissverständlich sind. Hierdurch wird für die Zukunft Streit zwischen den Gründungsgesellschaftern vermieden und zugleich Haftungsgefahren begegnen.

Nach diesem Errichtungsakt im Büro des Notariats übernimmt der Notar dann auch die Anmeldung zum Handelsregister. Dabei müssen sowohl die Gründungsurkunde als auch die Satzung und die erste Gesellschafterliste beim Handelsregister angemeldet werden. Zwar ist diese Anmeldung durch den oder die ersten Geschäftsführer vorzunehmen. Die Handelsregisteranmeldung erfolgt allerdings über das Notarbüro elektronisch. Auf diese Art und Weise ist eine schnelle Gründung gesichert. Der Notar übernimmt im übrigen auch die entsprechende Formulierung für die Anmeldung.

Checkliste: Was muss alles in den Gesellschaftsvertrag?

 

Empfehlenswert: Checkliste abarbeiten

 

Nachfolgende Checkliste gibt einen Überblick über den notwendigen Inhalt eines Gesellschaftsvertrages zur Gründung einer GmbH:

  • Wie lautet die Firma: Unter Firma versteht man handelsrechtlich den Namen der Gesellschaft. Die Firma kann eine Fantasiebezeichnung, eine Sachbezeichnung, eine aus Personen hergeleitete Bezeichnung oder aber auch eine Mischbezeichnung aus Fantasiebegriff, Sachbezeichnung und Herleitung von Personen beinhalten. Bei der Auswahl der Firma muss lediglich darauf geachtet werden, dass diese nicht irreführend ist.
  • Wo ist der Sitz der Gesellschaft: Für den Sitz der Gesellschaft muss ein Ort im Inland bestimmt werden, § 4a) GmbHG. Der Sitz der Gesellschaft muss nicht mit der inländischen Geschäftsanschrift identisch sein.
  • Wie lautet die Geschäftsanschrift: Gemäß § 10 Abs. 1 GmbHG ist eine inländische Geschäftsanschrift der Gesellschaft im Handelsregister einzutragen.
  • Wie lautet der Unternehmensgegenstand: der Unternehmensgegenstand beschreibt den Zweck des Unternehmens. Sofern eine erlaubnispflichtige oder anzeigepflichtige Tätigkeit vorliegt, kann diese nach Gründung der Gesellschaft eingeholt werden. Das Handelsregister selbst prüft die Erlaubnis nicht, so dass die Eintragungszeit der Gesellschaft hierdurch erheblich verkürzt wird.
  • Wie lauten die Personalien der Gesellschafter: Anzugeben sind neben den Vornamen und dem Namen auch die Geburtsdaten und Anschriften sämtlicher Gesellschafter.
  • Wie hoch ist das Stammkapital und wie verteilt sich dieses auf die einzelnen Gesellschafter: Das Mindeststammkapital beträgt € 25.000,00. In der Gründungsurkunde muss festgelegt werden, welcher Gesellschafter welchen Geschäftsanteil exakt übernimmt. Es muss auch festgelegt werden, in welcher Höhe das Stammkapital eingezahlt wird. Dabei ist allerdings der Grundsatz zu beachten. Dass das Mindeststammkapital € 12.500,00 beträgt und auf das übernommene Stammkapital mindestens ¼ eingezahlt werden muss.
  • Wer wird Geschäftsführer: Der oder die Geschäftsführer sind namentlich sowie mit Anschrift in der Gründungsurkunde zu benennen. Gleichfalls ist die Vertretungsregelung aufzunehmen, also ob jeder Geschäftsführer für sich alleine oder aber nur mehrere Geschäftsführer zusammen die GmbH wirksam vertreten können sollen. Auch eine Prokuraregelung kann an dieser Stelle aufgenommen werden. Schließlich kann an dieser Stelle auch geregelt werden, ob der oder die Geschäftsführer von dem Verbot des Selbstkontrahierens gemäß § 181 BGB grundsätzlich befreit werden sollen. Selbstkontrahieren bedeutet, dass der Geschäftsführer beispielsweise mit sich auf der einen Seite und als Vertreter der GmbH auf der anderen Seite einen Vertrag abschließen kann.

Gründungskosten einer GmbH

Wie hoch sind eigentlich die Kosten für die Gründung einer GmbH? Die Gründungskosten sind vielfältig und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundsätzlich geht man von folgenden Gründungskosten bei einer GmbH aus. Die hier angegebenen Werte können natürlich je nach Fall variieren.

Notar: 700,00 Euro
Gerichtskosten: 150,00 Euro
Veröffentlichung: 1,00 Euro
Gewerbeanmeldung: 50,00 Euro
Rechtsanwaltshonorar: 980,00 Euro
Steuerberaterhonorar: 1.500,00 Euro
Kontoeröffnungsgebühren: 20,00 Euro

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